Australian Football

Frankfurt Redbacks im Ballbesitz gegen Berlin 
(c) Frankfurt Redbacks Australian Football ist eine eigenständige Sportart, die von der Struktur und den Regeln her mit keiner anderen näher verwand ist.

"Geboren" wurde Australian Football in der Region in und um Melbourne in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts. Die Stadt war damals gerade circa 15 Jahre alt. Aus allen Teilen der Erde strömten Menschen nach Melbourne, um von dort aus zu den Goldfelder der Region aufzubrechen.

Unter den Einheimischen herrschte ein reges Interesse für aus England importierte Sportarten wie Rugby oder Cricket. Für Spiele wie Fußball oder Rugby gab es damals allerdings noch keine festen Regeln. Irgendwann kam es dann dazu, daß in diesem Wirrwarr neue Regelvariationen auftauchten, die sich keiner der traditionellen Sportarten zuordnen ließen: Die Australian Rules, die australischen Regeln, waren geboren.

Es dauerte bis zum 17. Mai 1859, als sich vier Männer dazu aufrafften, den Unstimmigkeiten ein Ende zu setzen. Man einigte sich auf zehn einfache verständliche Regeln, die das Spiel deutlich vom Englischen Rugby und Fußball unterscheiden sollten. Australian Football war großer Erfolg und überall in und um Melbourne gründeten sich neue Football Clubs. Tradition wird im Football groß geschrieben, besonders da einige der AFL Teams, wie z.B. der Melbourne Football Club, bis in die Gründerzeit des Australian Football zurückreichen.

Die Geschichte des Australian Footballs in Deutschland ist noch nicht so alt. Seit Frühjahr 1996 besteht eine starke Bindung zwischen den Frankfurt Redbacks und den Munich Kangaroos. Beide Vereine wurden ein halbes Jahr vorher beinah zeitgleich gegründet und hatten im April 1996 erstmals Kontakt miteinander aufgenommen. In den ersten Jahren kam es zu drei bis fünf Begegnungen pro Jahr die abwechselnd in München oder Frankfurt statt fanden. Der Oktoberfest Cup in München 1997 und 1998, an dem Teams aus Schweden, England und Frankreich teilnahmen, gehört zu den europäischen Highlights. Des weiteren erreichte eine Auswahl aus Münchnern und Frankfurtern im April 1998 einen guten vierten Platz (von neun) beim jährlichen Bundaberg Cup in London und die Frankfurt Redbacks traten zu einem Freundschaftsspiel im dänischen Aalborg an. Ende 1998 entschieden sich Vertreter aus Frankfurt und München die Australian Football League Germany AFLG ins Leben zu rufen um endlich eine Grundlage für einen geregelten Spielbetrieb in Deutschland zu schaffen.

Beim Australian Football stehen sich 15 Spieler gegenüber. Ein Spiel dauert 4x20 Minuten. Das Spielfeld ist deutlich größer als ein Fußballfeld 135x165 m und oval. Der eiförmige Ball wird in der Regel von den Spielern getragen. Er wird entweder mit dem Fuß geschossen, oder per Faustschlag (Handpass) zugespielt.
Ein zentrales Merkmal des Spiels ist das "Mark", eine Art Freischuß. Ein Spieler erhält ein Mark, wenn er einen von einem beliebigen Spieler geschossenen Ball (aus mindestens zehn Meter Entfernung) in der Luft fängt, ohne das dieser zuvor von einem dritten berührt wurde. Wird einem Spieler ein Mark zugesprochen, so kann er von diesem Punkt aus zurück gehen und sich in Ruhe ein neues Ziel auszusuchen. In der Regel versuchen die Mittelfeldspieler ihren Stürmern den Ball zuzuschießen, in der Hoffnung, dass diese ein Mark bekommen und somit in Ruhe das Tor anvisieren können. Ein Tor kann nur durch einen Kick erzielt werden. Beim Australian Football wird der Ball aus dem Lauf heraus geschossen. Der Kick ist somit eine hervoragende Methode, den Ball schnell und gezielt über große Entfernungen zu bewegen. Er kann aber auch per Handpass gespielt werden. Beim Handpass wird der Ball mit der Faust geschlagen. Er ist besonders für schnelle kurze Spielzüge geeignet. Beim Australien Rules Football darf man zwar solange laufen wie man möchte, muß allerdings alle 15 Meter einen Bounce ausführen, daß heißt der Ball muß den Boden berühren. Getackled werden darf beim Australian Football nur derjenige Spieler, der in Ballbesitz ist und zwar nur zwischen Schulter und Knie.

Auffallend sind auch die drei Tore an den beiden Enden des Spielfeldes. Wird der Ball durch das Haupttor (Goal) geschossen, erhält das jeweilige Team sechs Punkte. Verfehlt der Ball das Tor und geht durch eines der Nebentore (Behinds), so erhält man lediglich einen Punkt. Wird der Ball durch eines der Tore getragen oder mit der Hand vorher berührt, erhält man ebenfalls einen Punkt. Das Selbe gilt für Eigentore.


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