News-Meldung

Mitteilung von AFVD vom 13.10.2002

Blue Devils schaffen das Double

Estrus Crayton als Most Valuable Player ausgezeichnet

German Bowl XXIV: Die Defense der Blue Devils begräbt den Gegner unter sich. 
(c) AFVD(Braunschweig Lions) Es hätte der perfekte Abschluss einer perfekten Saison werden können, doch die Braunschweig Lions unterlagen im Feldschlösschen German Bowl XXIV dem Titelverteidiger Hamburg Blue Devils mit 16:13 (13:07, 03:00, 00:03, 00:03). Eingebettet in ein eindrucksvolles und hochkarätiges Rahmenprogramm verfolgten 21.097 Zuschauer (ausverkauft) ein bis zur letzten Sekunde dramatisches Spiel um die Krone des American Football in Deutschland.

Die Operation German Bowl begann vielversprechend für die hochfavorisierten Braunschweig Lions. Nach einem Lauf von Dominic Gast und einem Quarterback Keep von Kareem Wilson fing Doug Seidenstricker den ersten Passversuch der Devils ab und brachte die Lions an der Hamburger 34 yard Linie in Ballbesitz. Vehement stemmten sich die Hamburger Defense gegen die Angriffsreihen der Lions, doch letztendlich fand Quarterback Todd Cunningham in Rafiq Cooper die Anspielstation zum Touchdown. Marko Rothaar verwandelte den Extrapunkt sicher. Die 7:0 Führung also ein Auftakt nach Maß für die über die Saison 2002 hinweg dominierende Mannschaft der Braunschweig Lions. Die Hamburg Blue Devils steckten diesen Schlag unbeeindruckt weg und setzten ihren Spielplan konsequent um. Und es war ein Mann, der der ersten Halbzeit seinen Stempel aufdrückte. Estrus Crayton umkurvte ein ums andere Mal die Verteidigung der Lions. Dabei leistete die Offense Line ausgezeichnete Blockarbeit und schuf die nötigen Freiräume für den Ausnahmeathleten, der zum achten Mal in Folge im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft stand. Zunächst glichen die Devils nach einem Drive mit 7 Laufspielzügen über 75 yards, davon allein 57 durch Estrus Crayton, durch einen 8 yard Lauf von Fullback Dominic Gast und dem Extrapunkt von Timo Erbs zum Zwischenstand von 7:7 aus. Den folgenden Drive der Lions stoppten die Devils schnell. Bereits hier zeigte sich die Schwäche der Löwen im entscheidenden Spiel des Jahres. David Drane konnte den punktgenauen Pass von Todd Cunningham nicht festhalten und die Offense Line schaffte es nicht, die für ein erfolgreiches Laufspiel erforderlichen Lücken frei zu blocken. Die Blue Devils nutzten das Momentum und düpierten erneut die Defense der Löwen. Im letzten Spielzug des ersten Viertels fand Kareem Wilson mit einem tiefen Pass den völlig freistehenden Max von Garnier in der Endzone der Lions zur 13:7 Führung, der Extrapunktversuch von Timo Erbs scheiterte. Devils Defense Koordinator Dave Likins hatte seine Verteidigung hervorragend auf das Spielsystem der Lions eingestellt. So wurde auch der nächste Drive der Lions nach nur drei Versuchen beendet. Braunschweigs Defense konnte erstmals gleichziehen und stoppte ebenfalls den Angriff der Blue Devils frühzeitig. Doch Braunschweigs Offense konnte nicht für die wichtige Verschnaufpause der Defense sorgen. Stur nach dem in der Saison so erfolgreichen Plan war es an Kelvin Love, den Angriff der Löwen zu führen. Aber noch bevor der außerordentlich agile Quarterback seine Schnelligkeit ausspielen konnte war die Defense der Devils zur Stelle und so endete auch die nächste Serie der Lions nach nur drei Versuchen. Obwohl sich die Löwen in der Zwischenzeit immer besser auf die Läufe von Estrus Crayton eingestellt hatte schaffte der Kalifornier es immer wieder einen neuen ersten Versuch für seine Blue Devils zu erkämpfen. Dabei scheute er sich nicht, auch die schmerzhaften Wege durch die Mitte zu gehen. Die Devils kontrollierten den Ball und die Uhr und schlossen kurz vor der Halbzeit ihren Drive mit einem 36 yard Field Goal von Timo Erbs zu 16:7 Halbzeitführung ab. Nachdem Todd Cunningham die Lions noch bis zur 49 yard Linie geführt hatte wechselten die Lions für einen fast schon verzweifelt anmutenden tiefen Pass noch einmal Kelvin Love ein, doch Rafiq Cooper konnte den in die Doppeldeckung geworfenen Pass nicht festhalten.

Das erste Angriffsrecht der zweiten Halbzeit lag bei den Lions, die im Gegensatz zu den Devils erst sehr spät aus der Kabine kamen. Yard für yard kämpften sich die Löwen über das Feld. Endlich fand auch Kelvin Love einen Weg und wurde erst im allerletzte Moment an der 5 yard Linie der Teufel gestoppt. Trotz der ausgezeichneten Feldposition verspielten die Lions die Chance auf den möglichen Touchdown. Die Verteidigung der Devils hielt und die Lions mussten sich mit einem 24 yard Fieldgoal von Marko Rothaar begnügen. Die Antwort der Devils ließ nicht auf sich warten. Estrus Crayton durchbrach die Linien der Lions und stand nach einem fantastischen Lauf in der Endzone der Lions, doch ein Holding annullierte den Spielzug. Wütend stemmte sich die Braunschweiger Defense gegen die Devils und es war Elzie Anderson, der beste Freund von Estrus Crayton, der die Angriffsserie der Devils mit einem Quarterback Sack und dem daraus folgenden von ihm eroberten Fumble die Lions zurück ins Spiel brachte. Wieder erreichten die Lions die 5 yard Linie der Teufel, doch es war wie verhext. Mitlerweile in letzte Viertel leistete die Defense der Devils ganze Arbeit. Selbst ein Pass von Todd Cunningham auf Kelvin Love, in der Saison noch ein hundertprozentige Touchdowngarantie, wurde erfogreich verteidigt und erneut mussten sich die Lions mit einem Fieldgoal von Marko Rothaar, diesmal aus 32 yards zum Zwischenstand von 16:13 aus der Sicht der Blue Devils begnügen. Braunschweigs Defense setzte nun alles daran, die Fehler aus dem ersten Viertel wettzumachen. Mit Erfolg, denn nach nur drei Versuchen mussten die Blue Devild den Ball wieder an die Lions zurückgeben. Doch das Verhängnis für die Lions ließ sich nicht mehr aufhalten. Kalle Stubbe stürmte in den für den heute glücklos agierenden Jörg Heckenbach bestimmten Pass von Todd Cunninham. Die Devils kamen so noch einmal an Braunschweigs 26 yard Linie in Ballbesitz, doch Braunschweigs Defense verhinderte weiteren Raumgewinn und blockte auch den Fieldgoalversuch von Timo Erbs aus 42 yards. 7 Minuten verblieben den Löwen, um die Ernte einer großartigen Saison einzufahren. Beginnend an der eigenen 14 yard Linie arbeiteten sie sich bis zur 40 yard Linie der Devils. Ein Quarterback Sack von Vladi Ilijc warf die Lions zurück und der ausgespielte vierte Versuch scheiterte. Auf der anderen Seite beendete Elzie Anderson mit einem weitern Quarterback Sack den letzten Angriff der Devils. Nur noch zweieinhalb Minuten waren noch zu spielen. Eine Situation, die die Lions schon oft in der Saison erfolgreich gemeistert hatten. Nur im wichtigsten Spiel der Saison versagten die Nerven. Bezeichnender Weise setzte die Defense der Devils mit einem Quarterback Sack von Kalle Stubbe an Todd Cunningham den Hoffnungen der Lions und ihrer Fans ein abruptes Ende. Tiefe Enttäuschung bei den Anhängern und dem Team der Löwen, aber der Jubel der etwa 6.500 Blauen Fans und der Mannschaft der Blue Devils kannte kein Ende.

Ein Spiel wie aus den Drehbüchern Hollywoods. Der Underdog stürzt den vermeintlichen hohen Favoriten. Eines hat der German Bowl XXIV wieder einmal bewiesen. Die beste Strategie und Vorbereitung ist nutzlos, wenn die Angst vor dem Versagen der Freude am Spiel weicht. Trotz der sicher bitteren Niederlage darf man eines nicht vergessen. Die Braunschweig Lions haben eine fantastische Saison gespielt und als Ausrichter des Eurobowls und des German Bowls neue Maßstäbe gesetzt. Das ergreifende Abschlussfeuerwerk unter dem Motto „Spaceship Football“ setzte einen würdigen Schlusspunkt. Wir sehen uns im nächsten Jahr wieder.


Stimmen zum Spiel

Robert Huber, Präsident des AFVD: „Ein ausverkauftes Haus mit 21.097 Zuschauer im Stadion an der Hamburger Straße sind ein großer Erfolg für unseren Sport. Ich denke, wir werden auch im nächsten Jahr unsere erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Serviceteam der Lions fortsetzen. Wir haben ein spannendes Spiel gesehen, das nach dem bisherigen Saisonverlauf so von den Experten nicht zu erwarten war. Meine Glückwünsche an die Hamburg Blue Devils zu Titelverteidigung. Braunschweig hat eine beeindruckende Saison gespielt, es ist sicher besonders hart, wieder nur zweiter zu sein.“

Jens Wolter, Feldschlösschen AG: „Ich sehe den heutigen Tag mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Als Ausrichter kann man nicht mehr erwarten. Ein ausverkauftes Haus, ein beeindruckendes Rahmenprogramm, ein Superspiel zweier fantastischen Mannschaften. Meine Glückwünsche an die Blue Devils zu dem verdienten Sieg. Leider hat für die Braunschweig Lions nur zur Vizemeisterschaft gereicht. Aber ich kann nur sagen: Kopf hoch Jungs. Wir werden weiter dabei sein und es im nächsten Jahr mit einem neuen Anlauf versuchen. Auch freue ich mich, das wir im nächsten Jahr mit den Dresden Monarchs ein weiteres Team mit Feldschlösschen auf der Brust in der GFL haben.“

Andreas Konrad, Serviceteam GmbH: „ Glückwunsch an die Hamburger, sie haben ein tolles Spiel gezeigt und sich gut auf uns eingestellt. Wir haben eine tolle Veranstaltung gesehen, bei der mehr als 21.000 Menschen friedlich miteinander gefeiert haben. Wir sind natürlich enttäuscht darüber, noch einer dominierenden Saison das entscheiden Spiel verloren zu haben. Das ist Bitter. Wir sind im nächsten Jahr wieder dabei und vielleicht gelingt es dann, endlich wieder einen Titel nach Braunschweig zu holen“

Troy Tomlin, Headcoach Braunschweig Lions: „Wir haben es nicht geschafft. Die Blue Devils haben toll gespielt. Meinen Glückwunsch dazu. Wir haben in der ersten Halbzeit in der Defense zu viele Fehler gemacht und unsere Offense hat es nicht geschafft, dicht vor der Endzone die Punkte zu machen“.

John Rosenberg, Headcoach Hamburg Blue Devils: “Beide Teams sind leistungsmäßig ganz eng beieinander. Braunschweig hat 251 yards gemacht die Devils 253 yards. Das war heute der Unterschied: 2 yards und 3 Punkte. Es ist sehr schwierig, ein Team 3 Mal in der Saison zu schlagen. In der ersten Halbzeit war unsere Offense sehr stark und die Defense hat das Spiel für uns gewonnen. Mein MVP ist Dave Likins, der die Defense fantastisch eingestellt hat. Ich bin sehr stolz auf das Team, das diesen Sieg nach einer Seifenopersaison geschafft hat. Trotz der Niederlage hat Braunschweig ein großartiges Team, aber heute waren wir ein wenig besser.“
Estrus Crayton, Runningback Hamburg Blue Devils: “Es war eine sehr schwierige Saison für uns. Trotzdem haben wir konsequent auf dieses Spiel hingearbeitet. Ich habe gewusst das Braunschweig das Endspiel erreichen wird. Sie haben ein verdammt gutes und verdammt gut gecoachtes Team. Das Huddle Magazin hat Braunschweig als Favoriten mit 15 Punkten Vorsprung gesetzt. Das hat mich wirklich geärgert. Das ist respektlos, denn ich sage: ON ANY GIVEN DAY ANY TEAM IS BEATABLE. Mein besonder Dank gilt unserer Offense Line, sie hat mir die Wege freigemacht”

Elzie Anderson, Defense Line Braunschweig Lions: „Wir waren durch die Saison das beste Team, und wir wussten, das Hamburg ein sehr starkes Team hat. Sie waren exzellent vorbereitet und haben uns geschlagen.“

Tuli Mateialona, Defense Line Braunschweig Lions: „Es ist schon verrückt, die ganze Saison nicht zu verlieren und dann kommen diese Jungs und schlagen uns. Hamburg war heute besser und das tut weh.“

Scoring
Q1 00:07 Rafiq Cooper, 14 yard Pass Todd Cunningham, PAT Marko Rothaar
Q1 07:07 Dominic Gast, 8 yard Lauf PAT Timo Erbs
Q1 13:07 Maximilian von Garnier, 41 yard Pass Kareem Wilson, PAT misslungen
Q2 16:07 Timo Erbs, 36 yard Fieldgoal
Q3 16:10 Marko Rothaar, 24 yard Fieldgoal
Q4 16:13 Marko Rothaar, 32 yard Fieldgoal

Offense Leaders
Estrus Crayton erlief mit 27 Läufen 142 yards Raumgewinn
Kareem Wilson vervollständigte 3 von 7 Pässen für 57 yards Raumgewinn und 1 Touchdown bei 1 Interception.
Maximilian von Garnier fing 2 Pässe für 56 yards Raumgewinn.
Todd Cunningham vervollständigte 14 von 23 Pässen für 139 yards Raumgewinn und 1 Touchdown bei 1 Interception.
Rafiq Cooper fing 7 Pässe für 72 yards Raumgewinn und 1 Touchdowns.
Kelvin Love erlief mit 7 Läufen 54 yards Raumgewinn.

| Datum: 13.10.2002 | Herausgeber: AFVD | Kategorie: GFL |

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