News-Meldung

Mitteilung von AFV Hessen vom 13.11.2010

Hauptausschuss des Landessportbundes Hessen

Delegierte verabschieden Sparhaushalt

Logo 
(c) AFV HessenGanz im Zeichen der angespannten finanziellen Situation für den organisierten Sport in Hessen stand die heutige Sitzung des Hauptausschusses des Landessportbundes Hessen (lsb h). Gleichzeitig verabschiedeten die Delegierten aus Sportkreisen und Sportverbänden einstimmig den von lsb h-Schatzmeister Helmut Meister vorgelegten Haushaltsentwurf für das Jahr 2011. Dieser berücksichtig die zurückgehenden Einnahmen aus Sportwetten und Lottoumsätzen. Weitere Themen der Tagung befassten sich mit der Situation der Sportkreise und der Mitgliederentwicklung.

„Die Sicherstellung der Finanzierung des Sportsystems ist ein wichtiger Teil unserer Arbeit“, hatte lsb h-Präsident Dr. Rolf Müller zu Beginn der Tagung deutlich gemacht. „Wir sind jedoch am goldenen Zügel der Sportwetten und der Lottoumsätze, die unsere hauptsächliche Einnahmequelle darstellen und die drastisch zurückgegangen sind.“ Darauf habe der Landessportbund schnell reagiert.

Trotz der prekären Haushaltssituation hätte sich das Präsidium aber auch klar gegen eine Diskussion über Beitragsanpassungen ausgesprochen. „Dies passt nicht in die Landschaft“, so Müller.

Der lsb h-Präsident hob hervor, dass es vor dem Hintergrund der zurückgehenden Einnahmen aus Toto- und Lottomitteln jedoch nicht gleichgültig sei, welches Modell der zukünftigen Regelung von Glücksspiel und Sportwetten gewählt und damit zur Finanzierung des Sportsystems ab 2012 umgesetzt werde. Müller zeigte sich überzeugt, dass die Abgeordneten des Hessischen Landtages bei den zu erwartenden Diskussionen das Wohl der Sportorganisation fest im Blick haben. Das Präsidium habe bereits im September die aktuellen Themen mit dem Kreis der „Freunde des Sports“ im Hessischen Landtag und dem neuen Sportminister erörtert. Ende November sei ein weiteres Spitzengespräch mit Ministerpräsident Volker Bouffier und Sportminister Rhein geplant.

Trotz der schmerzlichen Einschnitte verabschiedeten die Delegierten den von lsb h-Schatzmeister Helmut Meister vorgelegten Haushaltsplan 2011 einstimmig. Meister plant als „vorsichtiger Kaufmann“ mit Einnahmen von rund 17 Millionen Euro, rund zwei Million weniger als noch 2009. Betroffen davon sind sowohl die Ausschüttungen an die Verbände wie auch der Vereinsförderungsfond (jeweils minus 730.000 Euro). Rund 440.000 Euro weniger werden im Einzelhaushalt des Landessportbundes ausgewiesen. Davon werden 310.000 Euro durch Einsparungen in zahlreichen Bereichen und 130.000 Euro durch die Entnahme aus der Betriebsmittelrücklage aufgefangen. Die Bedenken der Sportkreise, durch die Einsparungen in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt zu werden, räumte Helmut Meister aus. „Wir werden niemanden im Regen stehen lassen.“

Der lsb h-Präsident sah in dem eindeutigen Votum der Verbands- und Sportkreisvertreter in Sachen Haushalt denn auch ein deutliches Zeichen der Solidarität der hessischen Sportfamilie. „Ich nehme das als gutes Zeichen für die geplanten Gespräche mit der Politik“, so Dr. Müller.

Resolution verabschiedet

Auf Antrag der Beiräte der Verbände und der Sportkreise verabschiedeten die Delegierten in Frankfurt darüber hinaus eine Resolution, mit der an den Hessischen Landtag und die Hessische Landesregierung appelliert wird, dem hessischen Sport weiterhin Mittel in Höhe von 19,117 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Diese Summe entspricht dem sogenannten „Deckel“, mit dem die Einnahmen aus den Lottomitteln bis Ende 2008 begrenzt waren.

Im vergangenen Jahr hatte das Land dann erstmals eine Anhebung dieses Betrages auf 20,117 Millionen Euro vorgenommen, um den steigenden Anforderungen an den hessischen Sport Rechnung zu tragen. Aufgrund sinkender Einspielergebnisse betrug der Zuwachs in 2009 tatsächlich nur 836.000 Euro. Für 2010 zeichnet sich ein Rückgang um mindestens 1 Million Euro ab. Die Tendenz für 2011 deute auf weiter sinkende Beiträge hin.

Unter dem Strich bedeute dies für den hessischen Sport, dass anstatt eines erhofften Zuwachses von 1 Million Euro eine Reduzierung um 1 – 2 Millionen Euro stattfinde, in der Summe also 2 -3 Millionen Euro fehlten. Ein solcher Rückgang sei für den hessischen Sport nicht zu verkraften. Damit werde zukünftig jegliche Planungssicherheit der Finanzen beseitigt.

„Es ist paradox, dass gerade nachdem der Landesgesetzgeber den finanziellen Mehrbedarf des hessische Sports anerkannt hat, der hessische Sport Mitteleinbußen erleidet und dadurch die Intention des Landesgesetzgebers, den verfassungsmäßig und kommunalgesetzlich verankerten Sport stärker zu fördern, in ihr genaues Gegenteil umgekehrt wird“, heißt es in der Resolution abschließend.

| Datum: 13.11.2010 | Herausgeber: AFV Hessen | Kategorie: AFV Hessen |

Drucken

Auf Facebook Teilen

Top